The Golden Age of Danish Pornography
Music from the soundtrack composed by Alex Puddu
SCHEMA Records/CD, mp3-download
Loungecore
Vermutlich dürfte alleine der Titel des Soundtracks dafür sorgen, dass dieser blog einige Klicks mehr als sonst erhält…
Die Musik der CD wurde inspiriert und komponiert für “The Golden Age of Danish Pornography”, eine Sammlung von alten Hardcore-Kurzfilmen der frühen Siebziger Jahre, die Pink Flamingo Entertainment erstmals auf DVD veröffentlichte. Alex Paddu, Komponist des Soundtracks, war sofort Feuer und Flamme, als er gefragt wurde, die Musik zu diesen Filmen zu schreiben: „Mir war sofort klar, dass ich dieser Auftrag etwas ganz Besonderes sein würde. Schon seit Jahren träumte ich davon, einmal den Soundtrack für einen Vintage-Porno zu schreiben.“ Zu seiner Arbeitsweise erklärt er: „Ich brauchte ein paar Monate zum Komponieren und Produzieren, und die meisten der Tracks, die ich allesamt auf der Couch in meinem Wohnzimmer schrieb, begannen mit einem Glas Rotwein und einem funky Basslauf.“ (…) Einige andere Songs, wie „Naughty girls at the wild party“ oder „Black Triangle“ basieren auf einem freaky, fuzzy Gitarren-Riff und selbst die Produktion der Beats ist- das muss ich ganz unbescheiden sagen- wirklich fantastisch geworden“.
Auch wenn Bescheidenheit nicht zu Herrn Puddus Stärken zu gehören scheint, ist dieses Album wirklich gut geworden. Wer Soundtracks vergleichbarer Filme wie „Vampyros Lesbos“ oder italienischer Giallo-Filme mag, der wird ebenfalls auf seine Kosten kommen. Vielleicht kann dieses Album zusammen mit dem Debutalbum der Red Inspectors für ein Loungecore-Revival sorgen, das längst überfällig ist.
Das Twisted Wheel in Manchester, einer der wichtigsten Clubs für Northern Soul, soll dem Motel eines deutschen Betreibers weichen. Der Promoter des Clubs, Pete Roberts, erklärt hierzu: “The real tragedy is that by knocking down the club the city is effectively erasing an important part of its history. What annoys me is Manchester so often has fails to recognise and celebrate what it has got. The things that are already there.” Mehr Infos gibt es hier.
Eine durchwachsene EP der beiden italienischen Bands. Während die Offenders erst furios mit einem Two Tone Song loslegen, folgt mit „Fans turn Casuals“- trotz des vielversprechenden Titels- ein eher langweiliges Stück. Auf der zweiten Seite spielen Redska erst einmal Skapunk, wie es der Skapunker eben tut: laut, schnell und langweilig. Dann folgt die Überraschung: „Hooligan Rude Boys“, das die italienischen Krachmacher zusammen mit Valerio von den Offenders aufgenommen haben. Ein flottes, sehr gut gemachtes Two Tone Stück mit echtem Hitpotential. Dabei wird gegen den modernen Fußball gesungen und eine antifaschistische Gemeinschaft von Rudeboys und Skinheads beschworen („Hooligan Rude Boys- no al calcio moderno, Hooligan Rude boys- sempre antifa- Oi!Oi!Oi!)“. Die Bands touren zu Zeit durch Deutschland, die EP kann ein nettes Andenken an den Konzertbesuch sein.
Es ist noch fast einen Monat Zeit, aber die Vorfreude ist jetzt schon groß: Der Bonn Stomp # 32 steht an und ich werde bei der musikalischen Gestaltung des Abends mit ausgewählten Rock’n'Roll-, R’n'B-, Beat -, Punk- und Ska-Schallplatten mitwirken. Nachfolgend der Pressetext des Stomps, verfasst vom Erfinder des Bonn Stomps, Col. Geil:
Auch der Bonner Polizei ist Elvis Pummel als die charmante Gallionsfigur der hippen-jungen-aber-erfolglosen Musikszene aus Dortmund bekannt: Sie wollten ihm doch tatsächlich, nachdem sie schon den Saft abgedreht hatten, auch noch die Gitarre wegnehmen! (Freunde der Dranskultur erinnern sich).
Ist er wirklich der totgeglaubte Zwillingsbruder des Kings, den Mutter Gladys an einen geschäftstüchtigen Wirt aus dem Ruhrgebiet verkaufte, um Sohnemann Elvis Presley eine Gitarre und Bananentoasts zu schenken? Während Presley Millionenhits hatte, kämpfte Pummel als Currywurstverkäufer und Getränkehallensklave ums nackte Überleben. Aber auch in ihm pocht ein wildes Musikerherz, und so kaufte er sich eine sehr alte Echomaschine, eine Kompaktstereoanlage, ein Yamaha-Keyboard und eine Sperrholzgitarre und produzierte damit Millionen Tonnen wundersamer Aufnahmen. (Erhältlich über Voodoo Rhythm oder bei Flight 13)!
Wer Elvis Pummel live erlebt hat, kennt die unkoordiniert genialen Shows des Rock’n'Roll Exzentrikers, die vor Improvisationskunst nur so strotzen. Dabei ist es unüberhörbar, dass er in früheren Zeiten mit Punk-rock groß geworden ist. Seine Auftritte mit den Bunkerratten oder der Rockabilly Combo Barnyard Blitz sind aller Wahrscheinlichkeit Ursache seines wirren Genius und der oft zitierten Gitarrenlegasthenie!
Für die hiesige Polizei ist der Bonner Sex-a-billy-Papst Cheb Andy (ja genau der von den Mad Mullahs!) sicherlich auch kein Unbekannter mehr, treibt der Wüterich und Hüter des primitiven Garage Rock’n’Roll doch schon seit einigen Jahren in dieser Gegend sein wildes, dreckiges, aber feuerentfachendes Unwesen. Screamin’ Cheb Andy ist immer im Auftrag eines hier nicht genannt werden wollenden Herren unterwegs und spielt auch dessen heißblütige Musik. Join his mess! There’s a copyright on his ass! Yess!
Den Schlendrian Elvis “Big Uke” Greven sollte sich die Bonner Polizei besser vormerken. Ungeprobt, aber bewaffnet mit nur einer kleinen Ukulele machte der Lagerfeuer-Roggnrohler sich einst aus der Bonner Altstadt auf, um diese in seine musikalische Gewalt zu bringen. Alle lieben The Big Uke, der auch manchmal bei F68S seine symphatische Variante des ansonsten so arg gebeutelten R’n’R spielt und warten fasziniert auf jeden Ton und jede Bewegung des stadtbekannten Ukulelen-Vergeigers.
Nach der Vorstellung gibt es zum Wachbleiben flotte Unterhaltungsmusik mit DJ Capone!!!
Primitivster Schlagzeug-Beat, geschrubbelte Rhythmus-Gitarre, gutes Harmonikaspiel, starker Basssound und bisweilen eine schöne Leadgitarre sorgen dafür, dass diese vierköpfige Band aus Bonn wie eine One-Man-Band klingt. Deutlich vom R’n’B der Fünfziger und Sechziger Jahre, sowie dem Geist der frühen Punks inspiriert, prügeln sich die vier sympathischen Äpfel zuerst durch den „Thrillkillhillybillyrhythm“, der mit Hillybilly außer dem Titel kaum etwas gemein hat, aber nicht weniger zum Tanzen einlädt. Auf der B-Seite findet sich dann „Synthetic Sunshine“ eine kleine Drogenhymne mit Mitgröhlpotential: „I got a doctor, her name is Jill, and when I feel bad, she gives me pills, synthetic sunshine, o what a thrill”. Timothy Leary soll dieses Stück wohlgelaunt im Himmel bei seinen Experimenten hören. Hienieden hat sich diese griechisch-englisch-deutsche Band schon jetzt einen Platz in der Champions League der Trash-Combos erarbeitet. Nicht zuletzt, weil die Combo nicht wie vergleichbare Bands mangelnde Virtuosität mit erhöhter Lautstärke kompensiert, schließlich bezeichnen sie ihren Stil als „living-room-sound“. Von der sehr schön gestalteten Vinylsingle sind nur 250 Stück erhältlich, also beeilt Euch!
VulgarGrad bearbeiten ein musikalisches Genre, das nicht nur für eine australische Band ungewöhnlich sein dürfte: Blat-Musik. Dieses musikalische Genre, entstanden in der ukrainischen Stadt Odessa um die letzte Jahrhundertwend aus einer Mischung aus Klezmer- und Zigeunermusik sowie damals modernen Tänzen wie Foxtrott, Charleston und Polka, hatte seine Hochzeit in den 1920er Jahren in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, als es fester Bestandteil der Unterhaltungsmusik war. Musiker wie auch Publikum entstammten zunächst dem kriminellen Milieu, weshalb sich auch der Begriff des “Gaunerchanson” oder “criminal songs” für diese Musik eingebürgert hat. Später, insbesondere zu Zeiten der Diktatur unter Stalin, war diese Musik zumindest im russischen Radio tabu, doch konnte dies der Beliebtheit der Lieder keinen Abbruch tun. Mittlerweile gibt es Radiosender, die kaum noch etwas anderes spielen als vor allem moderne Interpretationen dieser Ganovenlieder, wobei sich die Beliebtheit dieser Lieder kaum über die Länder der ehemaligen Sowjetunion ausgebreitet hat.
VulgarGrad widmen sich bereits seit dem Jahre 2004 dieser Musik, ihr zunehmender Erfolg dürfte nicht zuletzt ihrem Frontmann und Sänger, dem polnischen Schauspieler Jacek Koman zuzuschreiben sein, dessen Stimme ein wenig an Tom Waits erinnert. Vor allem aber wird Jacek Koman nicht von billiger Synthesizer-Musik begleitet, wie es bei seinen russischen zeitgenössischen Kollegen meist der Fall ist, sondern von einer richtigen Band, die sogar einen Balalaika-Bassisten beinhaltet.
Die A-Seite ihrer neuen Single „Limonchiki“ ist ihre fantastisch gelungene Interpretation eines alten jüdischen Songs aus Odessa, die B-Seite ebenfalls eine Interpretation eines traditionellen Liedes „Oy Oy Oy“. Weit mehr als nur der Soundtrack zu einem Wodka-Abend.
VulgarGrad – European Tour January/ February 2012
26.01.12 Hafenklang w/ Bevis Frond – Hamburg, DE
27.01.12 Woodstack/Christiana – Kopenhagen, DK
28.01.12 Treibsand – Lübeck, DE
29.01.12 Patronaat – Haarlem, NL
01.02.12 Sonic Ballroom – Köln, DE
02.02.12 Kling Klang – Wilhelmshaven, DE
03.02.12 Haus der Sinne – Berlin, DE
07.02.12 K4 – Nürnberg, DE
08.02.12 Das Bett – Frankfurt, DE
09.02.12 Panda Theater – Berlin, DE
10.02.12 Rosenkeller – Jena, DE
11.02.12 Cafe Glocksee – Hannover, DE
27.03.12 Stage Songs Review Theatre Festival – Wroclaw, PL